Olching zeigt sich als Fairtrade-Stadt

Fairtrade

Beim Marktsonntag am 20. Oktober stand der Fairtrade-Stand unter dem Motto „Stadt Olching zeigt Flagge“. Zum Zeichen der Selbstverpflichtung der Stadt Olching zu fairem Handel wurden als Neuheit fair gehandelter Kaffee und fair gehandelte Schokolade mit einem Bild von St. Peter und Paul der Olchinger Künstlerin Mariele Berngeher zum Verkauf angeboten.

 

Wozu hat der Stadtrat schon 2016 mit 30:0 Stimmen beschlossen, sich an der Aktion „Fairtrade-Towns“ zu beteiligen und sich wiederholt alle zwei Jahre zertifizieren zu lassen? Ziel von Fairtrade ist es, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern.

 

Es geht um verbesserte Einkommenssituation und mehr finanzielle Stabilität für Kleinbauernfamilien, um Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die Mitglieder in Fairtrade-Kooperativen sind, verfügen über höhere und vor allem stabilere Einkommen. Dies führt zu einer erhöhten Spartätigkeit und ermöglicht Investitionen in Produktivität und Qualität, was sich wiederum positiv auf das Einkommen auswirkt. Der für viele Produkte festgelegte Mindestpreis und auch die Fairtrade-Prämie sind dabei wichtige Instrumente.

Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme durch Stärkung der Organisation, Fairtrade schreibt den Zusammenschluss in demokratischen Strukturen vor. Dies fördert die individuelle und organisatorische Stärkung: Die Produzentinnen und Produzenten können sich und ihre Anliegen in offenen und demokratischen Entscheidungsprozessen einbringen. Zudem sind Fairtrade-Kleinbauernfamilien in der Regel besser vernetzt und verfügen über vergleichsweise mehr Marktinformationen. Dies, sowie das vereinte Auftreten als Kooperative, stärkt die Verhandlungsposition und das Selbstvertrauen der Bauernfamilien - teilweise sogar in einem Ausmaß, dass in Regionen mit starker Fairtrade-Präsenz selbst konventionelle Handelspartner ihre Einkaufskonditionen anpassen müssen.

Bgm FairtradeAuch auf Plantagen führt der Zusammenschluss in Arbeitergremien, unter anderem zur Prämienverwendung, zu einer einzigartigen Verantwortungsübernahme von Arbeiterinnen und Arbeitern in Entscheidungsprozessen.

Geregelte Arbeitsbedingungen und verbesserten Gesundheitsschutz auf Plantagen und um Strenge Anforderungen, betreffend Arbeitsbedingungen, Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit, bewirken konkrete Verbesserungen für Beschäftigte auf Plantagen. Dazu gehören auch bezahlte Überstunden und Ferien sowie verbesserter Gesundheitsschutz durch Schutzkleidung und Trainings für sicheren Umgang mit Chemikalien.

Nicht zuletzt haben sie dank gestärkter Arbeitnehmervertretungen mehr Einfluss in ihren Betrieben. Viele Studien stellen außerdem fest, dass in Fairtrade-zertifizierten Betrieben deutlich mehr Arbeiterinnen und Arbeiter fest angestellt sind, als auf vergleichbaren nicht-zertifizierten Plantagen, welche oft sehr viele Taglöhner ohne Sozialversicherungs- und Kündigungsschutz beschäftigen.

Schutz der natürlichen Ressourcen und Förderung der Bio-Landwirtschaft. Für diese Ziele leistet die Stadt gemeinsam mit ihren Bürger*innen in vielen Einzelaktionen und durch ihr Vorbild ihren Beitrag. Beim Marktsonntag haben Bürgermeister Andreas Magg und Frau Sonja Weyland von der Wirtschaftsförderung Fairtrade-Waren am Stand verkauft. Bei der Stadt werden zunehmend fair gehandelte Produkte beschafft und verwendet.

 

Klimawandel und Globalisierung haben längst auch unsere Wirtschaft erreicht. Dass Bauern von ihrer Arbeit immer schlechter leben können, ist kein Phänomen mehr, das allein die Südhalbkugel betrifft. Auch unsere Bauern kämpfen oft um ihre Existenz. Das „Forum Fairer Handel“ fordert seit Jahren fairen Handel weltweit und die Agenda 21 Olching hat mit Plakaten am Stand auf die Notwendigkeit eines optimierten Weltwirtschaftssystems und auf Handlungsbedarf zugunsten einer kleinteiligen Landwirtschaft statt ausufernder

Agrarindustrie hingewiesen.

 

Das funktioniert nur, wenn die Bürger*innen durch ihr Konsum- und Kaufverhalten die wirtschaftliche Grundlage sicherstellen. Das ist dann „Everyday for future“.

 

Agenda 21

Arbeitskreis Fairer Handel und Konsum

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