Mikrozensus 2021 im Januar gestartet

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Foto: Camille Rubin on unsplash

Der Mikrozensus ist die größte amtliche Haushaltsbefragung in Deutschland.

Seit mehr als 60 Jahren wird in Bayern und im gesamten Bundesgebiet jährlich

etwa ein Prozent der Bevölkerung befragt. Nach Angaben des Bayerischen

Landesamts für Statistik in Fürth betrifft dies in Bayern rund 60 000 Haushalte.

Sie werden im Verlauf des Jahres von speziell für diese Erhebung geschulten

Interviewerinnen und Interviewern zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage

befragt. Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensusgesetz

Auskunftspflicht.

 

Im Jahr 2021 findet im Freistaat wie im gesamten Bundesgebiet wieder der Mikrozensus

statt. Dabei handelt es sich um eine gesetzlich angeordnete Haushaltsbefragung,

für die seit 1957 jährlich ein Prozent der Bevölkerung zu Themen wie

Familie, Lebenspartnerschaft, Lebenssituation, Beruf und Ausbildung befragt wird.

Für einen Teil der auskunftspflichtigen Haushalte kommt ein jährlich wechselnder

Themenbereich hinzu, der in diesem Jahr Fragen zur Gesundheit beinhaltet.

Die durch den Mikrozensus gewonnenen Informationen sind Grundlage für zahlreiche

gesetzliche und politische Entscheidungen und deshalb für alle Bürgerinnen und

Bürger des Landes von großer Bedeutung. So entscheiden die erhobenen Daten z.B.

mit darüber, wieviel Geld Deutschland aus den Struktur- und Investitionsfonds der

Europäischen Union erhält.

 

Aufgrund steigender Anforderungen, z.B. im Bereich der Arbeitsmarkt- und Armutsberichterstattung,

wurde der Mikrozensus für die Jahre ab 2020 überarbeitet. Neben

der bereits seit 1968 in den Mikrozensus integrierten Arbeitskräfteerhebung der

Europäischen Union (LFS – Labour Force Survey) sind seit 2020 auch die bisher

separat durchgeführte europäische Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und

Lebensbedingungen (EU SILC – European Union Statistics on Income und Living

Conditions) sowie ab diesem Jahr die Befragung zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) Teil des neuen Mikrozensus. Um die Befragten trotz dieser Erweiterungen zu entlasten, wird die Stichprobe seit 2020 in Unterstichproben geteilt,

auf welche die verschiedenen Erhebungsteile LFS, EU-SILC und IKT verteilt werden.

Die Befragungen zum Mikrozensus finden ganzjährig von Januar bis Dezember statt.

In Bayern sind in diesem Jahr rund 60 000 Haushalte zu befragen. Dabei bestimmt

ein mathematisches Zufallsverfahren, wer für die Teilnahme am Mikrozensus ausgewählt

wird.

 

Die Befragungen werden in vielen Fällen als telefonisches Interview mit den Haus-halten durchgeführt. Dafür engagieren sich in Bayern zahlreiche ehrenamtlich tätige Interviewerinnen und Interviewer im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Statistik. Haushalte, die kein telefonisches Interview wünschen, haben die Möglich-keit, ihre Angaben im Rahmen einer Online-Befragung oder auf einem Papierfrage-bogen per Post zu übermitteln.

Ziel des Mikrozensus ist es, für Politik, Wissenschaft, Medien und die Öffentlichkeit ein zuverlässiges Bild der Lebensverhältnisse aller Gruppen der Gesellschaft zu zeichnen. Um die gewonnenen Ergebnisse repräsentativ auf die Gesamtbevölkerung übertragen zu können, ist es wichtig, dass jeder der ausgewählten Haushalte an der Befragung teilnimmt. Aus diesem Grund besteht für die meisten Fragen des Mikro-zensus eine gesetzlich festgelegte Auskunftspflicht. Sie gilt sowohl für die Erst-befragung der Haushalte als auch für die drei Folgebefragungen innerhalb von bis zu vier Jahren. Durch die Wiederholungsbefragungen können Veränderungen im Zeit-verlauf nachvollzogen und eine hohe Ergebnisqualität erreicht werden. Datenschutz und Geheimhaltung sind, wie bei allen Erhebungen der amtlichen Statistik, umfas-send gewährleistet. Auch die Interviewerinnen und Interviewer sind zur strikten Ver-schwiegenheit verpflichtet. Sie kündigen das geplante Telefoninterview bei den Haushalten stets zuvor schriftlich an.

Das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth bittet alle Haushalte, die im Laufe des Jahres 2021 eine Ankündigung zur Mikrozensusbefragung erhalten, die Arbeit der Interviewerinnen und Interviewer zu unterstützen.

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