Ein Blick vom Kirchturm
Vor über 50 Jahren schoss der damalige Ortschronist Fritz Scherer die vorliegenden Aufnahmen, die zum einen das Geschehen rund um ein Großereignis im Olchinger Speedway-Stadion und zum anderen den Blick in Richtung Eisenbahnlinie für die Nachwelt festgehalten haben.
Am 24. September 1972 fand das Mannschaft-WM-Finale der Speedwayfahrer statt, das 18.000 Besucher von Nah und Fern nach Olching lockte. Zur Erinnerung: die Gemeinde hatte damals gerade einmal 10.000 Einwohner. Damals wie heute wurde der Volksfestplatz zum Parkplatz umfunktioniert. Wie das Foto belegt, mussten die Besucher sich weitere freie Plätz in der Umgebung der Sportarena suchen. So waren die Nöscher- und Pfanzeltstraße rund um die ehemalige Kartoffelschnapsbrennerei mit ihrem markanten Backsteinkamin mit Autos blockiert. Das landwirtschaftliche Anwesen von Anton Neumeier konnte mit dessen Einwilligung inklusive der Wiesen hinter den Gebäuden bis zum Mühlbach zugeparkt werden. Der Rodelberg, respektive Schuttberg, rechts oben im Bild befand sich noch in der Entstehungsphase, darüber ist das 1969 erweiterte Schulgebäude von Neu-Esting zu erkennen.
Die zweite Aufnahme zeigt den Blick auf die Nöscherstraße in Richtung Bahnlinie. Links unten der Bauernhof von Jakob Wagner, auf der rechten Straßenseite der Laden „Blumen Kaufmann“ – ein Geschäft, das vor kurzem nach fast 80 Jahren in Familienbesitz geschlossen wurde. Darüber das Hotel Schiller, die Eisenbahnbrücke mit den beiden Fußgängerbrücken Schillersteg und Ziehsteg. Oberhalb der Bahn das Untere Werk der München-Dachauer Papierfabriken. Nach Schließung der Holzstofffabrik 1970 und nach der Sanierung des Fabrikgebäudes, begann man 1977 mit der Bebauung des sogenannten MD-Geländes. Die neue, dicht bebaute Wohnsiedlung mit dem Alten- und Pflegeheim Laurentiushaus war in der Bevölkerung lange Zeit unter dem Namen „Schachtelhausen“ bekannt.



